Archetypen

1991 – 1997

Was in des  Malers Kopf und Hand zur Gestaltung drängt … ist das Bild. Diese inneren Bilder sind genau genommen gar nicht das Eigentum des Künstlers, eher ist er – mindestens im Augenblick des Schaffensprozesses – Eigentum des Bildes.   Die Größe des Künstlers besteht ja darin, sich gewissermaßen freizugeben in die Verfügung des Bildes; so betrachtet geht es in dem künstlerischen Prozess  gar nicht darum, dass eine Person sich ausdrückt, sondern es ist das Bild, das sich sozusagen ausbildet… Daran erkennt man das im Gehalt Charakteristische eines Malers, das er immer dasselbe malt, auch wenn er jedes Mal etwas anderes auf die Leinwand bannt. Das Erstaunliche, was der Künstler fertig bringt, ist, dass er das Urerlebnis auseinanderspiegeln kann in immer neue Brechungen und Reflexionen.

Manfred Lurker