“Wasser” 

27. August 1999 – 25. Februar 2000, Paderquellgebiet, Artothek Paderborn

Sounddesign: Hagü Schmitz

 

Susanne Teupes Entscheidung, ihre Bilder nicht auf die Wand, sondern in die Fensternischen zu hängen, ist ebenso kühn wie konsequent.  Da die transparenten Bilder das Raumlicht verändern, greifen sie unmittelbar in den Raum ein, sind quasi „Störfaktor“ und überschreiten eine bestimmte Wahrnehmungserwartung. Die Fenster als Verbindungselemente zwischen Innen und Außen sind geradezu prädestiniert dafür, das Thema Wasser aufzunehmen und in den Raum hineinzutragen.

Das sich verändernde Tageslicht entspricht der wechselnden Erscheinungsform eines sich immer in Bewegung befindlichen Elements. Gleichzeitig findet ein Übereinanderschichten unterschiedlicher Realitätsebenen statt, da Malerei und Himmel, die Spuren des Fließprozesses und die Lichtverhältnisse zu einer optischen Einheit verschmelzen. Nicht nur die Formen suggerieren Bewegung und Veränderung, auch das Bild selbst ist nicht mehr als etwas Statisches zu begreifen, indem es die Qualitäten von Luft und Wasser assimiliert, die ihm objektiv nicht eigen sind. Andererseits erhält das Licht durch die Malerei quasi eine materielle Gestalt. Das gefilterte Raumlicht erzeugt eine feierlich gedämpfte Stimmung, wie in einem sakralen Raum, die uns zur inneren Sammlung gemahnt.

Gabriele Kerkhoff